#VOTD: Homme Less – Am Tag Model, in der Nacht obdachlos

Mark Reay arbeitet als Model und Fotograf, verkehrt mit den großen Namen des Fashionbiz, aber wenn er abends von der Arbeit kommt, kehrt er nicht etwa in ein schniekes Apartment an der Upper Eastside zurück. Von all dem Glanz und Glamour seines Jobs bleibt am Ende des Tage nichts übrig. Mark Reay ist obdachlos.

Was sich ein wenig wie die an den Haaren herbeigezogene Story eines Hollywoodstreifen liest, ist in Wahrheit die Lebensgeschichte eines einst sehr erfolgreichen Männermodels, die mit „Hommes Less“ nun als Doku verfilmt wurde.

1984 wird der 1,90m große Reay während eines Urlaubs in Südfrankreich entdeckt, modelte bis in die späten 80er Jahre für große Namen wie Versace, Moschino oder Missoni. Dann folgt eine längere Auszeit in der er sich in New York und Rio de Janeiro herumtreibt, bis er 2008 versucht, in Frankreich als Fotograf Fuß zu fassen – doch Aufträge? Fehlanzeige! Kein Job, bedeutet auch kein Geld und so sind irgendwann dann auch die letzten Ersparnisse futsch. Lediglich ein Rückflugticket nach New York kann sich Mark damals noch leisten, bis das Konto endgültig streikt und weil er zu stolz ist, Freunde nach einer Unterkunft zu fragen, lebt er fortan auf der Straße. Ganze sechs Jahre…

Sein Schlafplatz: Das Dach eines Wohnhauses im East Village. Dort nächtigte er von 2008 bis 2014 unter einer Plastikplane. Obwohl er noch immer als sogenanntes „Silversurfer-Model“ und als Freelancer Fotograf gebucht wurde – unter anderem für renommierte Magazine, wie das Dazed and Confused – reichte das Geld am Ende des Monats nicht, um sich in NYC die Miete leisten zu können. So versucht Reay seine Kasse zwischendurch mit Statistenrollen – zu sehen war er unter anderem in Sex and The City – oder als Kaufhausweihnachtsmann aufzubessern und Geld für Kleidung – das Aussehen ist schließlich die Visitenkarte eines jeden Models – und Foto-Equipment aufzutreiben. Außerdem leistete er sich für umgerechnet ca. 83 Euro eine Mitgliedschaft im YMCA, um sich dort für seine Jobs frischmachen, im Gym fithalten und seine Kleidung waschen und bügeln zu können. So startet er jeden Morgen frisch rasiert, geduscht und bestens gekleidet in den Tag. In seinem Umfeld ahnt keiner etwas von den Lebensumständen des Amerikaners. Nicht mal seine eigene Mutter, mit der er mittlerweile in einer kleinen Wohnung in New Jersey lebt, weiß um das einstige Schicksal ihres Sohnes.

Wer nun auf Mark Reay und sein bewegtes Leben aufmerksam geworden ist, sollte ab jetzt regelmäßig die Kinostart checken. Am 7. August feierte der Dokumentarfilm „Homme Less“ bereits Premiere in New York. Wann der Streifen auch in unseren Kinos startet, ist zwar noch nicht bekannt, aber verpassen wollen wir das auf keinen Fall. Den Trailer gibt es aber schon jetzt zu sehen.

Das Beitragsbild ist ein Screenshot von YouTube.

Anna

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