#VOTD: Warum diese Bloggerinnen stolz sind #nichtschön zu sein

Was tun wir nicht alles für die eigene Schönheit? Da wird gecremt und gesalbt, gejoggt und gedehnt, gedetoxt und diätet und auch wenn wir immer wieder betonen, dass es dabei nicht um andere, sondern unser ganz eigenes selbstkreiertes Schönheitsideal geht, dem wir damit ein Stückchen näher kommen wollen, müssen wir, wenn wir mal ganz ehrlich sind, zugeben, dass es am Ende dann doch runter geht wie Öl, wenn die Kollegin ein bisschen neidisch unsere babyzarte Gesichtshaut bewundert. Irgendwie vergleichen wir uns ständig und ganz unaufgefordert mit anderen: „Wow! Die hat wahnsinnig tolle Haut!“, „Solche Haare hätte ich auch gerne!“, „Du hast eine Hammerfigur. Beneidenswert!“ – Kommentare wie diese finden sich zu Hauf unter Instagrambildchen, Beiträgen auf Blogs und YouTube-Channels, mal ganz abgesehen von den nicht so freundlichen Beurteilungen, die es nicht weniger häufig zu lesen gibt. Gerade im World Wide Web scheinen Schönheit und Aussehen omnipräsent zu sein. Und dabei handelt es sich nicht (nur) um eine Frage von Sexismus.

Dumme Kommentare irgendwelcher besonders testosterongesteuerten Exemplare der Männerwelt, die sich dazu berufen fühlen Frau auf ihr Äußeres zu reduzieren, liest man nämlich mindestens genauso oft wie Beurteilungen von Damen für Damen. Aber warum dreht sich eigentlich alles immer so sehr um Äußerlichkeiten, selbst wenn danach gerade gar nicht gefragt wurde? Natürlich wollen wir uns im großen bunten Internet nur von unserer Schokoladenseite präsentieren. Wer will sich schon in den unendlichen Weiten des WWW mit Doppelkinn und unvorteilhaften Speckröllchen verewigt sehen, aber muss denn immer alles erstmal dem Prädikat „schön“ entsprechen, bevor es auf andere Qualitäten untersucht wird?

Rund 30 YouTuberinnen haben sich der gleichen Frage angenommen. „Warum sollen wir immer alle schön sein? Egal, was wir tun, alles soll schön sein, selbst Hässlichsein. Warum? Wer hat bestimmt, dass Schönsein der neue Shit ist?“ Mit der Hashtag-Kampagne #nichtschön und einem dazu gehörigen Filmchen wollen sie auf diese Entwicklung aufmerksam machen und der digitalen Oberflächlichkeit entgegenwirken. Initiatorin der Bewegung ist die Video-Bloggerin Marie Meimberg, die sich trotzdem ihre Clips erstmal gar nichts mit der Frage nach Schönheit und Aussehen zu tun haben – vielmehr könnte man das Ganze als eine Art Poetry Slam mit schönen Bildern beschreiben – immer wieder mit Kommentaren über ihre Erscheinung, sei es nun als Kompliment gemeint oder nicht, konfrontiert sieht. Im Rahmen des „Women@YouTube Events“ in Berlin, in Kooperation mit der „Met Film School Berlin“ und einigen ihrer Kolleginnen hat sie nun die #nichtschön-Kampagne ins Leben gerufen, denn auch wenn einige der mitwirkenden Damen sich in ihren Clips und Videos mit vermeintlich oberflächlichen Themenbereichen wie Mode und Beauty beschäftigen, möchten sie eines auf keinen Fall: unterschätzt werden. Mit der Aussage “Ich bin awesome. #nichtschön. Was bist du?” rufen sie dazu auf, mehr in uns und unserem (virtuellen) Gegenüber zu sehen als nur die äußere Hülle. Wer will schließlich bloß ein hübsches Gesicht sein? In diesem Sinne: Ein Hoch auf die Vielfältigkeit unserer Persönlichkeit(-en) und den Mut auch mal #nichtschön zu sein!

Beitragsbild via Screenshot/YouTube.

Anna

#PowerPuffGirl mit ausgeprägten Hang zur Lebensfreude, hat Hummeln im Po und Flausen im Kopf. #Schnackerperle #Bullshitqueen #AusDerReiheTänzerin #Piratenprinzessin Mehr über Anna

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