#LassMaSchnacken – Modefotograf Nicholas Beutler

In der letzten Woche habe ich mich noch über die Schattenseiten des Modebusiness aus- und vor allem an Fotografen kaum ein gutes Haar gelassen – was hauptsächlich aber auch am Paradebeispiel für scheinbar zwielichtige Fotografen, Terry Richardson, lag. Doch das man natürlich nicht vom einen auf alle anderen schließen kann, ist hoffentlich jedem klar. Schließlich sind gute Fotografen für die Modebranche von unschätzbarem Wert. So wurde also mein Interesse an den Menschen hinter der Kamera geweckt, womit auch klar war, mit wem ich das nächste Cropped Interview führen wollte. Und so habe ich mich an einem der wohl letzten sommerlichen Tage mit dem jungen Modefotografen Nicholas Beutler getroffen. Mit einem Kaffee in der Hand saßen wir vor der schönen Kulisse der Alten Nationalgalerie auf der Berliner Museumsinsel und haben über sein Studium, die ersten Jobs und den hohen Wert guter Kontakte gesprochen.

Zu Beginn mal diese ganz typischen Frage, die Du bestimmt schon viel zu oft gehört hast.. ;) Wie bist Du zum Fotografieren gekommen? Gab es da einen auslösenden Moment, bei dem Du gemerkt hast, dass Du Fotograf werden möchtest?

Im Grunde ist das schon eine ganze Weile her und geht auf das Alter von 8 bis 12 zurück. Damals war ich ein großer Comic Fan und habe ganz viel gezeichnet – also habe versucht die Figuren nachzuzeichnen. Irgendwann hat es sich dann so entwickelt, dass ich mich auch mit Photoshop beschäftigt habe. Zuerst kam also Photoshop und erst danach habe ich mir eine Kamera geholt weil ich irgendwann dachte:„ Cool, du hast Photoshop, damit kannst du ja deine eigenen Fotos bearbeiten.“. Ich habe ins Fotografieren viel mehr Zeit investiert – mehr als in alles andere – und so ist der Stein langsam ins Rollen gekommen. Aus einer Laune heraus habe ich dann damit angefangen kleine Shootings zu machen, also Freunde einzuladen und so kleine Portrait-Sachen zu machen – bis ich bei dem Geburtstag einer Freundin das Buch „90 Days One Dream“ von Kristian Schuller in die Hand bekommen habe. Ich war so fasziniert davon und habe den ganzen restlichen Abend nur über diesem Buch gehangen! Kristian Schuller ist ja bekannt für seine aufwendigen und märchenhaften Shootings: alles muss immer groß sein, fliegen, wehen. Aus eigenem Ansporn heraus habe ich mir dann ein Shooting aus seinem Buch rausgesucht und versucht das nachzustellen; das berühmte und mittlerweile tausendfach kopierte Mehlshooting – das war damals auch bei Germanys Next Topmodel zu sehen. Das war quasi mein erstes, großes Shooting und eine Riesensauerei. Ich glaube, ich habe immer noch irgendwo Mehl kleben, aber es hat auch mega viel Spaß gemacht. Ja, das war so der Anstoß und hat mir letztendlich auch Tür und Tor zum Lette Verein geöffnet.

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Nicholas Beutler

Du hast Dich dann also dazu entschieden, die andere Ausbildung abzubrechen und stattdessen hier in Berlin beim Lette Verein Fotodesign zu studieren? Ist das eigentlich eine Ausbildung oder ein „richtiges“ Studium? 

Also technisch gesehen ist es eine schulische Ausbildung, der Aufbau kommt einem Studium aber sehr nah: Man hat Semester, feste Abgabetermine, muss ein gewisses Pensum pro Halbjahr schaffen. Der Lette Verein ist eine der besten Schulen für Fotografie in Europa und bei dem Arbeitspensum, was man zu schaffen hat, ist es einfach nicht mit einer schulischen Ausbildung zu vergleichen. Es gibt in Deutschland schon noch ein paar andere Foto-Schulen, aber ich wollte auch nicht nach Düsseldorf oder so ziehen, sondern wenn schon, dann halt auch in eine Stadt mit internationaler Bedeutung und da bietet sich Berlin natürlich vollkommen an.

Wie sind die Aufnahmekriterien beim Lette Verein? Ist es ein hartes Auswahlverfahren? 

Es fängt natürlich damit an, dass du Dich beim Lette Verein bewerben musst. Du bekommst dann eine Hausaufgabe zugeschickt; das sind meistens zwei fotografische Aufgaben, die Du innerhalb von drei Wochen lösen musst, und die du dann zusammen mit deinen eigenen, freien Arbeiten wieder zurückschickst. Die Mappen werden dann angeguckt und wenn du Glück hast, wirst du ausgewählt und zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Am Ende werden von mehreren hundert Bewerbern dann 30 pro Jahr genommen. Man merkt schon, dass diese strenge Auswahl sinnvoll ist, weil du zum Schluss wirklich mit vielen Gleichgesinnten in einem Jahrgang bist, die alle schon eine gewisse Basis haben. Es gibt dort keinen, der noch nie eine Kamera in der Hand hatte, zum Glück! Alle haben schon ein Portfolio; ich habe sogar mit Leuten angefangen, die schon ein Buch draußen hatten und auch altersmäßig war von 18 – Anfang 30 wirklich die komplette Range vertreten. Man hat auch schnell gemerkt, wer „Lette Verein“ war und wer nicht. Alle hatten so einen gewissen Flow in sich, der zu der Schule passt bzw. der diese Schule irgendwie auch ausmacht. Aber ob es schwer ist angenommen zu werden, das ist Ansichtssache. Wenn Du schon ein etwas größeres Portfolio, einen gewissen Grundstock und Interesse an der Fotografie und gesehen hast, wohin du willst, dann hast Du auf jeden Fall eine Chance aufgenommen zu werden.

Wie baut sich das Studium auf? 

Im Grunde befasst es sich mit allen Spektren der Fotografie, theoretisch wie praktisch. Du hast also theoretische Fächer wie Physik: Objektivaufbau und Licht, Fächer wie Bildgestaltung, wo du wirklich viel über Bildimpressionen lernst, oder Kunstgeschichte. Dazu kommt auch eine breite Range an praktischen Fächern wie Reportage-, Mode- oder Portraitfotografie, die so aufgebaut sind, dass du halbjährlich eine Art Mappe abgeben musst. Man bekommt am Anfang des Semesters das Pensum und Aufgaben, die man fotografieren muss, wie zum Beispiel „Fotografieren Sie einen Prominenten“ oder „Fotografieren Sie ein Album-Cover“, und das gibt man am Ende des Halbjahres ab. Solche Aufgaben bilden den praktischen Teil. Man ist bei seinen Arbeiten aber sehr frei; das heißt, jeder kann sich schon spezialisieren. Neben den Leuten, die noch gar nicht wussten, in welche Richtung sie gehen wollen, gab es auch Leute wie mich zum Beispiel, die von Anfang an wussten, wohin sie wollen und alle Aufgaben darauf ausrichten konnten. Wenn die Aufgabe also war „Fotografieren Sie eine Uhr“, dann habe ich eher die Rolex genommen, anstatt einer Swatch, weil ich wusste, dass ich in Richtung Modefotografie gehen will und damit später vielleicht eher mal etwas anfangen kann. Aber im Grunde kann da jeder, der eine fotografische Basis hat, hingehen und sich während des Studiums ausprobieren und seine Richtung finden. Lustigerweise war in meinem Jahrgang auch alles dabei: wir hatten Mode, Konzeptionell, Food, Reportage, etc.! Also einmal die komplette Bandbreite – was auch ganz cool ist muss ich sagen, weil man sich so auch gegenseitig inspirieren kann.

Du hast Dein Studium im Sommer ja nun hinter dich gebracht. Wie sehen Deine Pläne für das nächste Jahr aus? 

Also ich muss erst noch mal sagen, dass es für den Anfang wirklich ein guter Schritt war hier her nach Berlin zu kommen. Dadurch, dass Berlin generell so „low budget“ ist und dieses „arm aber sexy“-Image hat, ist die Stadt einfach ein super Sprungbrett. Jetzt, nach drei, bald vier Jahren, denke ich mir, dass ich schon langsam den nächsten großen Schritt wagen und in die nächste Stadt gehen sollte. Du kannst hier in Berlin eben ganz schnell anfangen, stagnierst aber auch schnell wieder und bleibst für eine gewisse Zeit auf einem Level stehen. Deswegen zieht es mich nächstes Jahr auch wieder hier weg. ;-)

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Gibt es da schon konkrete Pläne?

Ich hatte vor ein paar Wochen das Glück mit Kristian Schuller zu sprechen. Er hat mein Portfolio durchgeguckt und ich habe ihn dabei auch gefragt, was so der logischste oder beste nächste Schritt für mich sein könnte. Er meinte auf jeden Fall solle ich ins Ausland gehen und da bieten sich in Europa halt nur Paris oder London an – also als Modefotograf, wir sprechen ja nur von Modefotografie. Weiter weg über den großen Teich wären dann auch L.A. oder New York interessant, aber das ist mir noch ein bisschen zu groß. Von daher ist jetzt der Plan mir eben in Paris oder London eine Assistenz zu suchen, was auch der übliche Weg nach der Ausbildung oder dem Studium ist. Eine Assistenz für ein oder zwei Jahre ist quasi die „Vervollkommnung“ eines jeden jungen Fotografen und eben auch mein Plan. So eine Stelle zu bekommen klingt allerdings einfacher, als es ist. Dieses Jahr werde ich aber erst mal noch ein bisschen was ansparen durch die Jobs, die ich hier in Berlin habe, um dann mit einem gewissen Puffer ins Ausland gehen zu können, weil man als Assistent am Anfang noch nicht sonderlich viel verdient.

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Was ja eigentlich auch nicht fair ist, oder? Weil Du jetzt ja eigentlich ein fertig ausgebildeter Fotograf bist..

Schon. Ich bin jetzt halt echt ausgelernt sozusagen, arbeite ja auch schon richtig und mache einige Jobs. Das ist krass, vom Lebensstandard her vielleicht wieder einen Schritt zurück gehen zu müssen – aber so ist nun mal die Branche und das ist halt der Weg. Und weil jeder so eine Stelle will, können sie es halt mit einem machen.

Würdest Du lieber nach Paris oder London?

Ich glaube, dass man in beiden Städten gut aufgehoben ist. Man hat früher immer gesagt, dass London sehr edgy wäre und Paris eben verträumt, fast ein bisschen versüßlicht, aber ich glaube mittlerweile kann man das gar nicht mehr sagen. Ich denke, dass dieser Fokus, der in den Nullerjahren modetechnisch immer auf Paris lag, sich echt langsam Richtung London verschiebt. Von daher glaub ich, ist es zukunftsträchtiger bzw. zukunftsweisender gedacht, wenn man nach London geht. Ich werde also in erster Linie dort gucken, zumal auch mein Französisch „n’est pas bien“ ist. Allein sprachlich bietet sich London also schon besser an. Und dort kenne ich auch schon ein paar Leute. :-)

Weil Du es gerade ansprichst: Es ist bestimmt extrem wichtig in der Branche gut vernetzt zu sein? 

Gerade als Fotograf ist es echt total wichtig zu networken, wie aber in jeder anderen Branche eigentlich auch. Ich mache das nicht so exzessiv, dass ich jedem meine Visitenkarte in die Hand drücke, sondern denke eher, dass man schon viel gewonnen hat, wenn man einfach sympathisch auftritt und die Leute einen dadurch im Hinterkopf behalten. Bisher kam auch echt jeder Job, den ich hatte, über Connections. Mein größer Kunde ist der Elektronikkonzern mit dem angebissenen Apfel im Namen – dieser Kontakt kam zum Beispiel über die Direktorin des Lette Vereins, weil ich von ihr empfohlen wurde als die Firma bei uns anfragte. Man wird teilweise also echt weitergereicht. Deswegen bin ich auch ein ganz großer Feind dieser Facebook Fanpages, so dieses „Max Mustermann Photography“, weil darüber einfach keine seriösen Jobs generiert werden, meiner Meinung nach. Ich kenne echt keinen einzigen Fotografen, der darüber tatsächlich mal einen Job bekommen hätte. Aber ja, Networken ist das A und O, da sollte man auf jeden Fall gut drin sein, um im Job zu bestehen.

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Bei Dir ging das mit dem Networken und vor allem mit den Jobs schon während des Studiums los? 

Ja genau. Bevor ich nach Berlin kam, war ich Filmvorführer in einem Kino und habe da quasi Filme eingelegt, analog wie digital. Das war ein super cooler Nebenjob, aber ich habe mir gesagt, wenn ich nach Berlin komme, nage ich lieber hier und da mal am Hungertuch, „verschwende“ aber meine Zeit nicht fürs Kinokarten-Reißen. Das hat sich im Endeffekt auch ausgezahlt, weil ich die Zeit, die ich hatte, wirklich 100% für die Fotografie aufwenden konnte. Mein Studium sah wirklich so aus, dass ich mich von morgens bis abends nur mit Fotografie beschäftigt und jede freie Zeit mit Jobs gefüllt habe. Das ist eigentlich auch das Beste, was Du machen kannst – also Dich diesem Job einfach so vollkommen hingeben, weil Dich das im Endeffekt von der breiten Masse unterscheidet und Du Dich durch besondere Hingabe absetzen kannst sozusagen. Jetzt bin ich froh, dass mein Studium vorbei ist, weil ich mittlerweile glücklicherweise doch eine große Range von Jobs habe und die am Ende nur noch schwer mit meinem Studium vereinbaren konnte, worunter im Endeffekt dann auch das Studium leiden musste.

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Nicholas Beutler

Also war es Dir ab einem gewissen Zeitpunkt wichtiger, die Jobs zu machen und Geld zu verdienen, als in der Uni zu sitzen? 

Ja voll! Also klar, Studium ok – ist wichtig, aber dadurch, dass ich mein Leben lang wahrscheinlich selbstständig bleiben werde, guckt auch keiner auf meine Endnote. Deswegen war es mir immer wichtiger die Jobs gut zu machen, weil ich im Endeffekt ja davon lebe, anstatt mich da jetzt groß in das Abschlussprojekt zu stürzen. Aber das war auch echt eine richtig krasse Zeit. Morgens Studium, mittags Jobs und nachts noch irgendwelche Nacharbeiten vom Tag – „Office“-Arbeit, sozusagen. Viele Leute denken immer, dass man als Fotograf ständig nur fotografiert, aber eigentlich ist man nur 5% der Zeit hinter der Kamera effektiv, sonst ist man nur am Planen, Organisieren und Nacharbeiten. Das Fotografieren ist so das Geilste, aber kommt am seltensten vor. Echt verrückt eigentlich.

Wie bist Du denn während Deines Studiums an Deine Jobs gekommen? Ich stelle mir das am Anfang ziemlich schwierig vor, wenn man in einer neuen Stadt lebt und dort noch nicht so viele Kontakte hat. Wie kann man sich das vorstellen? Wie kommt man als Fotograf überhaupt an seine Jobs? 

Also, allgemeine Antwort: Ja, durch Connections. Aber das Ding ist natürlich, wenn Du frisch nach Berlin oder generell in eine neue Stadt kommst, musst Du die Kontakte natürlich erst mal generieren. Daheim kennst du halt X und Y, die Dich quasi empfehlen und dann kennen Tante und Onkel noch den und den, und dann entwickelt sich das so. Hier in Berlin hat es mit einer Aufgabe im Studium angefangen. Die hieß „Machen Sie eine Modestrecke mit einem Modelabel in Berlin“. Ich geh schon seit einigen Jahren auf die Fashion Week Berlin und kannte daher das Label Lena Hoschek ganz gut und fand die Sachen, obwohl die keine Männerklamotten machen, irgendwie schon immer toll. Jedenfalls bin ich eines Tages einfach in den Store gegangen und habe gefragt, ob ich die Klamotten für ein Shooting verwenden könnte. Wenn man so zurückblickt war das noch echt dilettantisch: Ich hatte keinen Stylisten, hab nur ein Outfit verwendet die ganze Strecke über und hatte zwei Models, die gar keine richtigen Models waren – es war einfach alles noch total unprofessionell. Aber ein Kommilitone hat dazu ein Making-Of gefilmt, das haben die gesehen und fanden es so gut, dass sie uns gefragt haben, ob wir nicht während der Fashion Week so eine Art Making-Of von der Show machen wollen. Dann hatten wir den Fuß da quasi in der Tür und haben die Making-Ofs für Lena Hoschek gemacht! Und naja, das haben wir ein paar Mal gemacht und irgendwann hat es sich ergeben, dass ich damit angefangen habe, auch die Freisteller zu fotografieren, also die Online-Store Fotos, was wir auch immer noch machen.

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Du hast jetzt schon ein paar von Mal Kristian Schuller geredet. Würdest Du ihn als Dein Vorbild bezeichnen oder gibt es da noch ein paar andere Fotografen, an denen Du Dich orientierst? 

Kristian Schuller war schon derjenige, der mich zur Fotografie und damals den Stein quasi ins Rollen gebracht hat, ja. Mit der Zeit kennt man dann schon eine viel breitere Range an Fotografen und mittlerweile würde ich sagen, dass eher Tim Walker oder Camilla Åkrans so diejenigen sind, die mich einfach inspirieren und die mir zeigen, wie ich später sein will. Auch vom Stil her, aber vor allem darauf bezogen, was für Arten von Jobs sie machen und wie der Job eines Modefotografen so aussieht. Dieses Rumreisen, phantastische Geschichten erzählen, Models und Mode inszenieren – das inspiriert mich. Beide vermitteln einem, dass es im Grunde jeder mit einem guten Vibe, der richtigen Einstellung, einer starken Persönlichkeit und natürlich Talent schaffen kann.

Wie kam es denn dazu, dass Kristian Schuller sich Deine Mappe angesehen hat? 

Er hat an der BTK, also der Berliner Technische Kunstschule, so eine Art Vortrag über seine Arbeit gehalten und zusätzlich angeboten, die Mappen von ein paar Leuten anzugucken. Man konnte seine Mappe im Voraus einschicken, er hat ein paar Leute bzw. Mappen ausgesucht und sie dann vor Ort bewertet. Er hat sich wirklich eine halbe Stunde pro Bewerber Zeit genommen, was ich super krass fand, und im Gespräch dann auch total viele Details von seinem beruflichen Werdegang erzählt. Ich muss echt sagen, dass mir dieses Gespräch extrem viel gebracht hat, weil er noch mal eine ganz andere Sicht auf die Dinge hat und auch Sachen erzählen konnte, die mir einfach kein Dozent sagen kann.

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Eine etwas längere Frage habe ich noch zum Schluss. Hast Du das Gefühl, dass in den Zeiten von Instagram, Tumblr Blogs und Co. der Berufstand des Fotografen „in Gefahr“ ist? Fühlst Du Dich bedroht von diesen ganzen Hobby-Knipsern?

Gute Frage. Wirklich gute Frage. Ich glaube der Konsens des Ganzen ist einfach, dass diese neuen Kanäle den Markt für viele junge Fotografen öffnen, die sich eventuell dadurch auch etablieren können. Klar sagen viele hauptberufliche Fotografen, dass es ihre Position angreift, aber ich glaube, dass Leute, die Talent haben, immer Bestand haben werden. Immer. Es wird immer diese Spitze an Leuten, also in diesem Fall Fotografen geben, die sehr gute Fotos machen, die gut verdienen und ein richtig gutes Standing haben; nur die Basis der Pyramide verbreitet sich eben. Leute, die genug Disziplin und genug Ansporn und auch Talent haben, die hätten es vor 20 Jahren geschafft und die würden es heute auch immer noch schaffen. Und im Grunde wird sich das auch wieder verlaufen glaube ich. Es gibt ja jetzt schon Prognosen, dass Facebook irgendwann wieder out wird und Instagram auch. In den USA ist der Peak schon erreicht, bei uns vielleicht noch nicht so. Aber trotzdem habe ich momentan für mich nicht den Eindruck, als würden mir durch Instagram und so jetzt alle Jobs flöten gehen. Ich verstehe zwar die Gefahr und auch was viele Fotografen dahinter sehen, aber ich glaube, dass wird momentan alles zu heiß gekocht, als es im Endeffekt tatsächlich gegessen wird. Man muss ja auch mal bedenken, dass auch die wirklich erfolgreichen Instagramer nicht davon leben können – die kriegen vielleicht ein paar Werbegeschenke, aber das war’s. Es ergeben sich halt nur neue Chancen für die Leute, die es bisher über die normale Fotografie vielleicht nicht geschafft haben, lässt den ganzen Turm sozusagen aber nicht einstürzen. Die großen Namen in der Branche wird es weiterhin geben, nur die Mittelschicht wird eben breiter und plötzlich haben alle eine Facebook Fanpage.. Davon muss man sich abheben und genau deswegen hab ich keine!

5 schnelle Fragen an Nicholas Beutler:

1.Mit welchem Model würdest Du am liebsten mal zusammenarbeiten? 

Cara Delevingne.

2.Welchem Instagram-Account sollte man unbedingt folgen? 

Hm. Nicholas Beutler, haha :-) Nein, es war ein bisschen optimistisch von Dir darauf eine schnelle Antwort zu erwarten! Eigentlich mag ich mich da gar nicht so festlegen. Ich folge fast 700 Seiten und davon eine auszusuchen ist echt schwierig. Im Grunde finde ich alle Instagram-Accounts gut, die Moods verbreiten. Also gar nicht unbedingt von einem speziellen Fotografen sind, sondern Stimmungen, Editorials und Kampagnen rezipieren. 

3.Was ist Deine liebste Foto-App? 

After Light.

4.Was ist Dein Place to be in Berlin? 

Hm. Schwierig. Schreib mal den Apple Store auf, da verbringe ich so viel Zeit! 

5.Zu guter letzt: Nikon oder Canon? Oder vielleicht was ganz anderes?

Phase One.

Alle Bilder vom Interview stammen von Alexander Kania vom Cropped Magazine. Die anderen Bilder stammen von Nicholas Beutler.

Lisa

#Knallermiss, die das Köpfchen gern mal in den Wolken und geile Treter an den Füßen trägt. #Berlingörli #Honigkuchenperle #Modemädchen #Tagträumerin Mehr über Lisa

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